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Teilgelenkersatz

Bei fortgeschrittener Arthrose besteht oft nur noch die Möglichkeit, das Gelenk durch ein Implantat zu ersetzen.
Man unterscheidet zwischen einer Knie-Totalendoprothese (auch TEP genannt, hierbei wird das ganze Gelenk ersetzt) und einer Teilendoprothese bzw. einem Teilgelenkersatz.

Welche Option die beste ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab und sollte im Gespräch mit dem Facharzt individuell erörtert werden. Wichtig für die erfolgreiche Therapie einer Kniegelenkarthrose sind unter anderem eine ausführliche Diagnostik und eine auf den Patienten zugeschnittene Behandlung, rät Professor Becher im folgenden Interview (als PDF verfügbar).

Es gibt viele Gründe, warum Patienten mit einem Teilgelenkersatz zufriedener sind: die natürliche Gelenkfunktion bleibt dabei möglichst lange erhalten. Hinzu kommt, dass es sich um einen minimalinvasiven Einsatz handelt, es wird weniger Weichteilgewebe zerstört, Patienten haben weniger Schmerzen und sind schneller wieder mobil. Eine Form des Knie-Teilgelenkersatzes ist die Schlittenprothese. Im medizinischen Kontext wird sie auch unikondyläre tibiofemorale Endoprothetik (UKE) bezeichnet.

Schlittenprothese

Bei der „Schlittenprothese“ (unikondylärer Gelenkersatz) handelt es sich um einen Teilersatz des Kniegelenks. Dabei wird die Oberfläche des betroffenen Gelenkabschnitts durch die Prothese überkront. Da die Operation über einen minimalinvasiven Schnitt durchgeführt wird und die beiden Implantate einzementiert werden, ist der Patient meist nach ein paar Tagen wieder mobil. Sportarten wie Radfahren, Schwimmen oder Wandern sind bereits nach ein paar Monaten möglich.

Operation

Bei der Operation werden die beiden zerschliessenen Gelenkpartner an Ober- und Unterschenkel "überkront", ähnlich wie bei einer Zahnkrone. Da die Operation über einen minimalinvasiven Schnitt durchgeführt wird und die beiden Implantate einzementiert werden, ist der Patient meist nach ein paar Tagen bereits wieder mobil. Vollbelastung und ein freier Bewegungsumfang sind gleich nach der Operation erlaubt.

Es stehen verschiedene Implantate entsprechend der Größe, des Gewichts und des Aktivitätslevels des Patienten zur Auswahl. Vorteil aller Verfahren ist ein geringer Knochenverlust, so dass bei Verschleiß der Prothese ein Wechsel meist deutlich einfacher ist, als z. B. der Wechsel einer Komplettprothese auf eine Zweite.

Voraussetzung für die Implantation einer Schlittenprothese sind ein intaktes vorderes Kreuzband sowie ein intakter Knorpel und Meniskus im Bereich des unbeschädigten Gelenkanteils. Kontraindikationen sind eine starke Bewegungseinschränkung sowie eine starke Beinachsabweichungen (O-Bein- oder X-Beinstellung).

Da in unserer Klinik seit über 20 Jahren große Erfahrungen mit der Implantation der Schlittenprothese bestehen ist der postoperative Verlauf i.d. Regel problemlos. Die Operation wird von unseren erfahrenen Kniespezialisten teilweise mehrmals wöchentlich durchgeführt.

Neueste Studie

Warum der Anteil der unikondylären tibiofemoralen Endoprothetik an den implantierten Knie-Endoprothesen in Deutschland trotz der potentiellen Vorteile immer noch relativ gering sind, wird in der aktuellen Umfrage von Prof. Becher und seinen Fachkollegen erörtert (als PDF verfügbar).